Barsbüttel-Stemwarde. Ein seltenes Naturschauspiel hat in der Nacht von Samstag auf Sonntag den Himmel über Barsbüttel-Stemwarde erleuchtet. Deutlich sichtbare Polarlichter tauchten die winterliche Landschaft zeitweise in grüne, rote und rosafarbene Töne.
Kurz nach Mitternacht war zunächst ein schwaches grünes Leuchten über den Feldern am Kronshorsterweg in Richtung Norden zu erkennen. Im Verlauf der nächsten Minuten intensivierten sich die Farben: Rötliche und rosafarbene Lichtschleier breiteten sich aus, formten Bögen und säulenartige Strukturen und zogen langsam über den klaren Nachthimmel. Das Schauspiel dauerte rund eine halbe Stunde und war auch ohne technische Hilfsmittel gut zu beobachten.
Leserin Melanie zeigte sich tief beeindruckt. Besonders der rötliche Schimmer habe sie fasziniert – ein Anblick, den sie in der Region bislang noch nie erlebt habe.

Begünstigt wurde die Beobachtung durch klassisches Winterwetter. Bei Temperaturen von bis zu minus zwölf Grad, Schnee und klarer Sicht herrschten zwar eisige Bedingungen, doch genau diese sorgten für ideale Voraussetzungen. Die Kombination aus frostiger Stille, verschneiter Landschaft und den farbigen Lichtern machte die Nacht für viele Beobachter zu einem besonderen Erlebnis.
Polarlichter, auch als Nordlichter oder Aurora borealis bekannt, entstehen durch geladene Teilchen des Sonnenwinds. Treffen sie auf das Magnetfeld der Erde, werden sie in hohe Atmosphärenschichten gelenkt, wo sie mit Sauerstoff- und Stickstoffatomen reagieren. Dabei entsteht das charakteristische Leuchten, meist grünlich, seltener gelb oder rot. Vor allem rote Polarlichter gelten als Hinweis auf eine besonders starke Sonnenaktivität.
In Norddeutschland sind Polarlichter nur unter günstigen Bedingungen sichtbar. Dass sie in dieser Intensität über Barsbüttel-Stemwarde zu sehen waren, ist außergewöhnlich – und dürfte vielen Beobachtern noch lange in Erinnerung bleiben.
