Barsbüttel – Die mögliche Schließung der Kindertagesstätte Falkenstraße sorgt in Barsbüttel für Diskussionen. Eltern zeigen sich besorgt, dass mit der Einrichtung bereits die zweite Kita in der Gemeinde wegfallen könnte. Hintergrund sind sinkende Kinderzahlen – doch Kritiker sehen darin nur einen Teil der Erklärung.
Die Verwaltung begründet die geplante Reduzierung der Betreuungsangebote mit Prognosen, nach denen in den kommenden Jahren weniger Kinder in der Gemeinde leben werden. Dadurch könnten mehr Kita-Plätze zur Verfügung stehen als tatsächlich benötigt werden.
Nach aktuellen Planungen sollen Gruppen der Kita Falkenstraße schrittweise in andere Einrichtungen verlagert werden. Langfristig könnte der Standort vollständig aufgegeben werden.
Eltern sehen strukturelles Problem
Viele Eltern in Barsbüttel halten die Begründung für zu kurz gedacht. Sie verweisen darauf, dass die Entwicklung der Kinderzahlen auch stark von der Wohnraumpolitik abhängt.
In den vergangenen Jahren seien in der Gemeinde vermehrt kleinere Wohnungen und seniorengerechte Wohnanlagen entstanden. Wohnungen, die besonders für ältere Menschen geeignet sind – jedoch weniger für Familien mit mehreren Kindern.
Größere Wohnungen oder bezahlbare Häuser für junge Familien seien dagegen deutlich seltener geworden.
„Wenn kaum Wohnungen für Familien entstehen, ziehen auch weniger Familien hierher“, sagt eine Mutter aus Barsbüttel. „Dann ist es nicht überraschend, wenn irgendwann weniger Kinder in den Kitas sind.“
Demografischer Wandel wird sichtbar
Der demografische Wandel ist auch in vielen Gemeinden im Hamburger Umland spürbar. Wenn weniger junge Familien zuziehen und gleichzeitig ältere Bewohner länger in ihren Häusern bleiben oder neue seniorengerechte Wohnungen beziehen, steigt das Durchschnittsalter der Bevölkerung.
Für die kommunale Infrastruktur kann das weitreichende Folgen haben. Weniger Kinder bedeuten langfristig auch weniger Bedarf an Krippen-, Kindergarten- und Schulplätzen.
Sorge um Attraktivität für Familien
Gerade deshalb sehen einige Eltern die geplante Kita-Schließung kritisch. Sie befürchten, dass der Abbau von Betreuungsangeboten die Attraktivität der Gemeinde für junge Familien weiter verringern könnte.
Dabei ist der Bedarf in der Region sehr unterschiedlich verteilt. Im benachbarten Hamburg berichten Eltern weiterhin von Wartelisten bei der Suche nach Kita-Plätzen.
Für viele Familien in Barsbüttel stellt sich deshalb eine grundsätzliche Frage:
Wie kann die Gemeinde langfristig ein attraktiver Wohnort für junge Familien bleiben?
Die Diskussion über die Zukunft der Kita Falkenstraße ist damit längst mehr als eine reine Organisationsfrage der Kinderbetreuung. Sie berührt auch die langfristige Entwicklung der Gemeinde – und die Frage, wie sich Barsbüttel in den kommenden Jahren verändern wird.
