Barsbüttel/Willinghusen
Mit einer eindrucksvollen und kreativen Aktion haben Eltern, Kinder, Erzieher und Unterstützer am Freitagnachmittag vor dem Rathaus in Barsbüttel gegen die mögliche Schließung der Kita „Piratenschiff“ im Ortsteil Willinghusen protestiert.

Hunderte Papierboote bedeckten den Platz vor dem Rathaus. Dazwischen lagen Spielzeug und Gummistiefel als sichtbares Zeichen für die Kinder, die von den Plänen betroffen wären. Die Aktion zog zahlreiche Blicke auf sich und sorgte auch in den sozialen Medien für große Aufmerksamkeit.
Begleitet wurde der Protest von gemeinsamem Gesang. Kinder, Eltern und Erzieher sangen:
„Ja, die Kita Piratenschiff sind wir,
hier in unserem tollen Hause spielen wir!
Du und ich, wir spielen gemeinsam,
sind zusammen niemals einsam,
ja, die Kita Piratenschiff sind wir.“

Um 17.35 Uhr trat Bürgermeister Thomas Schreitmüller überraschend vor die Demonstrierenden und lud sie spontan in den Gemeindesaal ein. Dort stellte er sich gemeinsam mit Bürgervorsteher und Bundestagsabgeordnetem Henri Schmidt den Fragen der Bürger.
Rund 50 Eltern, Erzieher und Interessierte nahmen an dem anschließenden Dialog teil, der etwa eineinhalb Stunden dauerte. Dabei wurde deutlich, wie groß die Sorgen vieler Familien sind.
Die Gemeinde verwies auf sinkende Kinderzahlen. Für das Kita Jahr 2026 27 liegen im Krippenbereich bislang lediglich sechs Anmeldungen vor. Gleichzeitig stehen umfangreiche Investitionen an, etwa der Neubau der Erich Kästner Gemeinschaftsschule, die Sanierung und Erweiterung der Schwimmhalle sowie der Bau einer Mensa für die Grundschule Barsbüttel.
Einsparungen seien daher notwendig. Bürgermeister Thomas Schreitmüller betonte, dass die geplanten Maßnahmen auch dazu dienen sollen, finanzielle Spielräume zu schaffen. Die Schließung der Einrichtung könne helfen, Kosten einzusparen, die an anderer Stelle dringend benötigt würden.

Viele Eltern äußerten im Gespräch deutliche Kritik. Für sie wirkt es widersprüchlich, dass zwei Kitas geschlossen werden sollen, während gleichzeitig die Wiedereröffnung eines erst im vergangenen Jahr aufgegebenen Standorts im Raum steht.
Neben der emotionalen Bedeutung der Kita nannten die Eltern vor allem praktische Probleme. Längere Wege zu anderen Einrichtungen seien für viele Familien schwer zu organisieren, insbesondere wenn Geschwisterkinder gleichzeitig zur Grundschule gebracht werden müssen. Auch Umweltaspekte spielten eine Rolle, da zusätzliche Fahrten zwischen den Ortsteilen zu mehr Verkehr führen würden.
Zudem wurde die besondere Lage der Kita hervorgehoben. Die direkte Nähe zur Grundschule ermöglicht eine enge Zusammenarbeit, vor allem im Vorschulbereich.

Die Eltern machten deutlich, dass sie sich weiterhin für den Erhalt der Einrichtung einsetzen wollen. Gleichzeitig wurden im Dialog auch mögliche Lösungen angesprochen, etwa eine Verkleinerung der Kita oder eine teilweise Nutzung der Räume.
Nach rund 90 Minuten endete die Diskussion. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen. Klar ist jedoch, dass der Protest Wirkung gezeigt hat und das Thema die Gemeinde weiter beschäftigen wird.
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