Barsbüttel/Willinghusen – Die geplanten Veränderungen in der Kinderbetreuung sorgen in Barsbüttel und insbesondere im Ortsteil Willinghusen für wachsende Unruhe. Nach aktuellen Planungen der Gemeinde könnten zwei Kindertagesstätten von Schließung oder grundlegenden Umstrukturierungen betroffen sein.
Damit gewinnt die Debatte deutlich an Brisanz – vor allem für viele Familien vor Ort.
Bereits am vergangenen Samstag war die mögliche Schließung der Kita Falkenstraße Thema, nachdem sich Eltern an den Barsbütteler Rundfunk gewandt hatten. Inzwischen zeigt sich: Es geht nicht nur um einen Einzelfall, sondern um weitreichende Veränderungen in der Betreuungsstruktur.
Eltern kritisieren widersprüchliche Planung
Besonders im Fokus steht aktuell die Kita „Piratenschiff“ in Willinghusen. Eltern reagieren dort mit großer Sorge auf die Pläne, die Einrichtung perspektivisch aufzugeben.
Für Unverständnis sorgt vor allem die Entwicklung rund um den Standort Guipavasring: Erst im vergangenen Jahr wurde die dortige Kita geschlossen, Kinder wurden auf andere Einrichtungen verteilt .
Nun soll der Standort wieder eröffnet und an einen freien Träger übergeben werden. Gleichzeitig steht mit dem „Piratenschiff“ eine etablierte Einrichtung vor dem Aus.
„Für viele Eltern wirkt dieses Vorgehen widersprüchlich“, heißt es aus der Elternvertretung.
Zentrale Bedeutung für Willinghusen
Die Kita „Piratenschiff“ gilt als wichtiger Bestandteil der Infrastruktur in Willinghusen. Sie liegt direkt neben der Grundschule, ist für viele Familien fußläufig erreichbar und verfügt über ein großes Außengelände.
Zudem ermöglicht die Nähe zur Schule eine enge Zusammenarbeit im Vorschulbereich und erleichtert Kindern den Übergang in die Grundschule.
Eine Schließung hätte nach Einschätzung vieler Eltern spürbare Folgen: längere Wege, mehr Verkehr und zusätzliche Belastungen im Alltag.
„Gerade für kleine Kinder gilt: kurze Beine brauchen kurze Wege“, so die Elternvertretung.
Kinder und Familien im Mittelpunkt
Neben organisatorischen Fragen rücken zunehmend die Auswirkungen auf die Kinder in den Fokus. Besonders betroffen wären auch Kinder, die sich erst vor Kurzem eingewöhnt haben oder sich noch in der Eingewöhnungsphase befinden.
Für sie würde ein Wechsel bedeuten, erneut ihre vertraute Umgebung, Bezugspersonen und Freundschaften zu verlieren.
Alternativen liegen auf dem Tisch
Die Eltern betonen, dass ihnen die finanziellen Herausforderungen der Gemeinde bewusst seien. Gleichzeitig bringen sie konkrete Vorschläge ein, um den Standort zu erhalten:
Betrieb durch einen freien Träger Reduzierung der Gruppenzahl alternative Nutzung einzelner Räume
SPD fordert Erhalt der Standorte
Auch die SPD Barsbüttel hat sich inzwischen eingeschaltet. In sozialen Medien spricht sie sich gegen die Schließung von Kitas aus und plädiert dafür, bestehende Einrichtungen zu erhalten und flexibel an den Bedarf anzupassen.
Eltern rufen zu Protest am Freitag auf
Der Widerstand gegen die Pläne wird nun auch öffentlich sichtbar. Betroffene Familien haben für Freitag eine Aktion vor dem Rathaus in Barsbüttel angekündigt.
Ab 17 Uhr wollen Eltern dort ein Zeichen gegen die möglichen Schließungen setzen.
Für sie steht fest:
Die Entscheidung über die Zukunft der Kitas darf nicht ohne die betroffenen Familien getroffen werden.
