Hamburg – Bei einem Wohnungsbrand im Hamburger Stadtteil Marienthal hat sich ein Mann am Mittwochvormittag mit einem Sprung vom Balkon in Sicherheit gebracht. Das Feuer war gegen 10.40 Uhr in einem Mehrfamilienhaus an der Lydiastraße ausgebrochen – in unmittelbarer Nähe des Charlotte-Paulsen-Gymnasium.
Nach ersten Erkenntnissen war der Bewohner in seiner Wohnung von Flammen und dichtem Rauch eingeschlossen. Um sich vor dem Feuer zu retten, sprang er vom Balkon. Dabei erlitt er mehrere Brandwunden sowie eine Rauchgasvergiftung. Rettungskräfte versorgten den Mann noch am Einsatzort, anschließend wurde er in ein Krankenhaus gebracht.

Beim Eintreffen der Feuerwehr drang dichter, schwarzer Rauch aus mehreren Fenstern und über die Balkone des Hauses. Teile der Fassade und der Balkonverkleidung wurden durch die Hitze stark beschädigt und verkohlt. Auch angrenzende Wohnungen waren durch Rauch und Ruß in Mitleidenschaft gezogen.
Mehrere Trupps der Feuerwehr gingen unter Atemschutz in das Gebäude vor. Einige Einsatzkräfte arbeiteten vom Balkon aus, andere drangen über das Treppenhaus in die betroffene Wohnung vor. Mit Wärmebildkameras suchten sie nach Glutnestern und kontrollierten benachbarte Wohnungen, um ein Übergreifen der Flammen zu verhindern.
Die starke Rauchentwicklung war weithin sichtbar. Aufgrund der Nähe zur Schule gingen bei der Rettungsleitstelle zahlreiche Notrufe ein. Mehrere Anrufer meldeten den Brand nahezu zeitgleich, woraufhin die Feuerwehr mit einem Großaufgebot ausrückte.

Wie Lars Borchardt von der Feuerwehr Hamburg dem Barsbütteler Rundfunk mitteilte, gab es entgegen erster Berichte keine Explosion. Vielmehr hätten die Einsatzkräfte mit schwierigen Bedingungen zu kämpfen gehabt, da die betroffene Wohnung stark vollgestellt gewesen sei und sich der Brand dadurch schneller ausgebreitet habe.
Zudem mussten umfangreiche Nachlöscharbeiten durchgeführt werden. Teile des Gebäudes wurden belüftet, um den Rauch aus den Wohnungen zu entfernen. Mehrere Bewohner wurden vorsorglich betreut, konnten jedoch nach Abschluss der Maßnahmen in ihre Wohnungen zurückkehren.
Gegen 11.40 Uhr war der Brand unter Kontrolle und schließlich gelöscht. Verletzt wurde außer dem Bewohner niemand. Die betroffene Wohnung ist nach ersten Einschätzungen vorerst unbewohnbar. Die Polizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
