Hamburg– Die Hansestadt Hamburg entlastet ältere Menschen beim Nahverkehr: Ab dem 1. Mai zahlen Einwohnerinnen und Einwohner ab 67 Jahren für das Deutschlandticket nur noch 49 Euro im Monat. Möglich wird das durch einen Zuschuss der Stadt, die die Differenz von 14 Euro übernimmt. Für viele Seniorinnen und Senioren bedeutet das eine jährliche Ersparnis von 168 Euro.
Das Angebot gilt ausschließlich für Personen mit Wohnsitz in Hamburg und wird über den HVV abgewickelt. Bestehende Kundinnen und Kunden müssen sich dabei um nichts kümmern: Der reduzierte Preis wird automatisch übernommen, das Ticket bleibt gültig.
Wer sein Deutschlandticket bislang über andere Anbieter bezieht, muss allerdings aktiv werden. In diesen Fällen ist eine Kündigung des bisherigen Abonnements notwendig, um anschließend das vergünstigte Ticket direkt über den HVV neu abzuschließen. Neue Kundinnen und Kunden können das Angebot ab Ende April digital per App oder online buchen, alternativ auch in Servicestellen vor Ort.
Kritik aus dem Umland
Während Hamburg seine Senioren gezielt entlastet, sorgt die Regelung im Umland für Unmut. In angrenzenden Regionen wie dem Kreis Stormarn gibt es bislang keine vergleichbaren Vergünstigungen. Dort müssen Seniorinnen und Senioren weiterhin den regulären Preis für das Deutschlandticket zahlen, sofern sie keinen Anspruch auf Sozialrabatte haben.
Initiativen und Petitionen für ein ähnliches Modell im Umland blieben bisher ohne Erfolg. Kritiker bemängeln eine wachsende Ungleichheit innerhalb der Metropolregion: Während Hamburger Seniorinnen und Senioren profitieren, gehen viele Menschen in den Nachbarkreisen leer aus – trotz gleicher Nutzung des Nahverkehrs.
Signalwirkung für andere Städte?
Die Maßnahme in Hamburg könnte dennoch Signalwirkung haben. Verkehrs- und Sozialpolitiker in anderen Bundesländern beobachten das Modell genau. Ob weitere Städte nachziehen, dürfte auch von der finanziellen Lage der Kommunen abhängen.
Fest steht: Für viele ältere Hamburgerinnen und Hamburger wird Mobilität ab Mai spürbar günstiger – bundesweit gültig, aber lokal finanziert.
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