Hamburg/Stormarn – Hamburg treibt seine Pläne für eine erneute Olympiabewerbung voran und will die Spiele selbst austragen. Nach aktuellen Planungen sollen die Bürgerinnen und Bürger am 31. Mai 2026 in einem Referendum über das Vorhaben entscheiden. Die Auswirkungen würden jedoch weit über die Stadtgrenzen hinausreichen auch in den Kreis Stormarn.
Bereits bei der Bewerbung im Jahr 2015 hatte sich Stormarn klar hinter Hamburg gestellt. Politik und Verwaltung galten als „Feuer und Flamme“ und betonten die enge Verbindung zwischen Stadt und Umland. Auch ohne eigene Wettkampfstätten wurde das Projekt als Chance für die gesamte Region gesehen.
Daran hat sich wenig geändert. Unter dem Leitgedanken „Olympia für Stormarn“ wird die Rolle des Kreises heute noch stärker mitgedacht. Zwar sollen die Wettbewerbe in Hamburg stattfinden doch Stormarn könnte als wichtiger Partner im Hintergrund profitieren etwa durch Trainingslager als Gastgeber für internationale Delegationen oder bei einzelnen Randveranstaltungen.
Ein zentraler Aspekt ist die Infrastruktur. Olympia könnte als Beschleuniger für Verkehrsprojekte wirken insbesondere beim Ausbau von S und Regionalbahnverbindungen sowie bei Investitionen in Straßen und Bahnhöfe. Auch eine stärkere Einbindung der U Bahn etwa durch Erweiterungen oder bessere Verknüpfungen könnte eine Rolle spielen. Für Pendlerinnen und Pendler aus Stormarn würde sich die Anbindung an Hamburg langfristig verbessern.
Auch im Sportbereich werden Chancen gesehen. Fördermittel könnten genutzt werden um Sportstätten im Kreis zu modernisieren und auszubauen. Davon würde nicht nur der Leistungssport profitieren sondern auch der Breitensport. Vereine könnten gestärkt und mehr Kinder und Jugendliche für Bewegung begeistert werden.
Wirtschaftlich rechnet die Region ebenfalls mit positiven Effekten. Unternehmen aus Stormarn könnten von Aufträgen im Zuge der Spiele profitieren. Gleichzeitig dürften viele Besucher auf Unterkünfte im Umland ausweichen was zusätzliche Einnahmen für Tourismus und Gastronomie bringen würde. Auch der Wohnungsbau könnte durch die steigende Nachfrage im Hamburger Umland weiter an Dynamik gewinnen.
Zugleich gibt es kritische Stimmen. Großprojekte dieser Größenordnung bringen häufig jahrelange Baustellen und zusätzliche Verkehrsbelastungen mit sich auch im Umland. Zudem bleibt die Finanzierung ein zentraler Streitpunkt. Kritiker warnen dass umfangreiche Investitionen an anderer Stelle fehlen könnten.
Mit dem geplanten Referendum Ende Mai rückt die Entscheidung näher. Sollte Hamburg den Zuschlag anstreben und die Bevölkerung zustimmen könnte dies einen umfassenden Entwicklungsschub für die gesamte Metropolregion auslösen auch für Stormarn.
