Die winterliche Idylle täuscht. Obwohl viele Seen und Teiche derzeit zugefroren wirken, sind die Eisflächen in Stormarn noch längst nicht tragfähig. Ein aktuelles Foto vom Mühlenteich in Glinde macht die Gefahr auf dramatische Weise deutlich: Ein Kinderwagen steht mitten auf der Eisfläche – ein Bild, das bei Einsatzkräften und Experten für Entsetzen sorgt. Foto vom 26.12.2025
Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) und die Polizei warnen seit Tagen eindringlich davor, zugefrorene Seen und Teiche zu betreten. Solange keine ausdrückliche Freigabe durch die zuständigen Behörden erfolgt, geschieht das Betreten der Eisflächen auf eigene Gefahr. Nach Angaben der DLRG gilt eine Eisstärke von mindestens 15 Zentimetern als Voraussetzung für eine sichere Tragfähigkeit – aktuell sind diese Werte bei Weitem nicht erreicht.
Besonders gefährlich ist, dass die Eisdecke auf den ersten Blick oft stabil erscheint. Tatsächlich kann die Dicke jedoch stark variieren. Strömungen, Zuflüsse, Pflanzenbewuchs oder Sonneneinstrahlung sorgen dafür, dass das Eis an manchen Stellen extrem dünn ist. Ein Einbruch ins eiskalte Wasser kann bereits nach wenigen Sekunden lebensbedrohlich werden: Kälteschock und Muskelverkrampfungen machen eine Selbstrettung häufig unmöglich.
Einsatzkräfte betonen zudem die besondere Verantwortung von Erwachsenen. Kinder können die Gefahr nicht einschätzen und orientieren sich am Verhalten der Eltern. Das Betreten der Eisflächen – insbesondere mit Kinderwagen oder beim Spielen – stellt ein erhebliches Risiko dar und kann schwere oder tödliche Unfälle zur Folge haben.
DLRG und Polizei appellieren daher eindringlich an die Bevölkerung, die Eisflächen konsequent zu meiden, Kinder aufzuklären und auch andere Menschen auf die Gefahr hinzuweisen. Solange die Seen nicht offiziell freigegeben sind, gilt eine klare Regel: Eisflächen nicht betreten – auch wenn sie tragfähig aussehen.
