Reinbek – Beim zehnten Integrations-Workshop der Stadtverwaltung und der Flüchtlingsinitiative Reinbek ist ein neues Kapitel der Zusammenarbeit aufgeschlagen worden. Erstmals nahmen auch Geflüchtete selbst an dem Treffen im Jürgen-Rickertsen-Haus teil. Ziel war es, gemeinsam Ideen für eine bessere Integration zu entwickeln und den Austausch zwischen Einheimischen und Zugewanderten zu stärken.
„Das Treffen war erfolgreich“, resümierte Torsten Christ, Leiter des Bürgeramtes. Insgesamt 25 Teilnehmende kamen zusammen, darunter Menschen aus Syrien, Afghanistan, der Ukraine und Eritrea. In einer Vorstellungsrunde berichteten sie über ihre persönlichen Erfahrungen beim Ankommen in Deutschland und ihren bisherigen Integrationsprozess.
Ein Beispiel für gelungene Eingliederung lieferte Gelareh Ebrahimian. Die 43-Jährige, die 1996 aus dem Iran nach Deutschland floh, betonte die Bedeutung ehrenamtlicher Arbeit. „Die Mitarbeit in einer Kindertagesstätte in den Schulferien hat mir sehr geholfen, um richtig anzukommen“, sagte sie. Heute arbeitet Ebrahimian als Sprachmittlerin bei der Stadt.
Auch Lesia Vasgliv, die vor zwei Jahren mit ihrer Tochter aus der Ukraine nach Reinbek kam, berichtete von positiven Erfahrungen. Ihr Deutsch ist nahezu perfekt, beruflich ist sie inzwischen bei einem Coaching-Unternehmen angestellt. „Ich habe mich angemeldet, um die Kommunikation zwischen Einheimischen und Geflüchteten weiter zu verbessern“, erklärte die 42-Jährige.
Im weiteren Verlauf des Workshops analysierten die Teilnehmenden, welche bestehenden Angebote für Geflüchtete in Reinbek es gibt und wie stark diese genutzt werden. Dabei wurde deutlich: Die Möglichkeiten sind vielfältig, werden aber nicht immer ausreichend wahrgenommen.
Aus den Reihen der Geflüchteten kamen mehrere neue Vorschläge. Geplant sind unter anderem ein offenes Männer- und Frauen-Café sowie internationale Sport- und Schwimmgruppen. Besonders wichtig sei dabei die Beteiligung alteingesessener Reinbekerinnen und Reinbeker, um den Austausch zu fördern.
Um mehr Menschen über diese Angebote zu informieren, wurde auch der Einsatz von Messenger-Diensten wie WhatsApp und Telegram diskutiert. Diese könnten helfen, Informationen schnell und unkompliziert zu verbreiten.
Moderiert wurde die Veranstaltung von zwei externen Expertinnen. Die Organisatoren zeigten sich mit dem neuen Format sehr zufrieden. Eine Fortsetzung des Workshops ist bereits für das Jahr 2027 geplant. Ziel bleibt es, Integration in Reinbek gemeinsam, offen und nachhaltig zu gestalten.
